Marsa Alam Reiseführer: Schildkröten, Dugongs und die schönsten Riffe am Roten Meer

Schnorcheln mit Schildkröten in Abu Dabbab, Dugongs, Tauchen am Elphinstone und Wadi El Gemal – die besten Erlebnisse in Marsa Alam am südlichen Roten Meer.

Einige Links in diesem Artikel sind Partnerlinks: Wenn du darüber buchst, erhalten wir eventuell eine kleine Provision – für dich ohne Mehrkosten. Unsere Empfehlungen beeinflusst das nicht. So finanzieren wir uns

Collage: Meeresschildkröte, Dugong, Delfine und Strände bei Marsa Alam
Photos: Pixabay contributors, credited in the guide below

Drei bis vier Autostunden südlich von Hurghada zeigt sich das Rote Meer von seiner wildesten und schönsten Seite. Lange, kaum bebaute Wüstenküste, Berge direkt hinter den Stränden und Korallenriffe gleich vor dem Ufer machen Marsa Alam zum Lieblingsziel von Tauchern, Schnorchlern und allen, die einen ruhigeren Ägypten-Urlaub suchen.

Im Wasser

1. Schnorcheln mit Schildkröten in Abu Dabbab

Eine Meeresschildkröte schwimmt über Seegras
Foto: Mollyroselee auf Pixabay

Die Sandbucht Abu Dabbab ist berühmt für ihre grünen Meeresschildkröten, die in den Seegraswiesen grasen. Schnorchle ruhig, halte Abstand und berühre oder verfolge die Tiere nie. Mit etwas Glück siehst du sogar einen Dugong.

Schwimm hinaus über den Sandgrund, und plötzlich ist sie da: eine grüne Meeresschildkröte, groß wie ein Couchtisch, die in aller Ruhe Seegras rupft und dich gar nicht beachtet. Alle paar Minuten steigt sie zum Atmen auf, ihr Kopf durchbricht einen Meter vor deiner Maske die Oberfläche, dann gleitet sie wieder hinab. Der Strand selbst ist sauber, mit Liegen, Duschen und einem Café. Komm früh am Morgen oder am späten Nachmittag, bevor die Ausflugsboote und Schnorchlermassen eintreffen.

2. Auf Dugong-Suche in Marsa Mubarak

Ein Dugong grast auf einer Seegraswiese
Foto: BuchArena auf Pixabay

Auch in dieser geschützten Bucht nördlich von Marsa Alam fressen Schildkröten – und gelegentlich Dugongs. Am besten früh morgens, bevor Boote und Besucher kommen.

Du treibst mit dem Gesicht nach unten über dem Seegras, suchst das Grün und den Sand ab, und meist siehst du Schildkröten, Rochen und kleine Fische. Dann, mit etwas Glück, schiebt sich eine lange graue Gestalt ins Bild, die Nase im Gras, eine kleine Sandwolke hinter sich – ein Moment, den du nie vergisst. Halt den Atem an, bleib ruhig und lass das Tier entscheiden, wie nah es kommt.

3. Delfine am Samadai-Riff

Eine Delfinschule unter Wasser
Foto: fgxrocks0 auf Pixabay

Samadai, auch „Dolphin House“ genannt, ist ein hufeisenförmiges Riff, an dem Spinnerdelfine ruhen. Die Besuche sind streng geregelt, und einige Zonen sind für Schwimmer gesperrt. Fahr nur mit einem lizenzierten Anbieter und folge den Anweisungen der Guides.

Das Boot macht am Rand des Riffs fest, die Motoren verstummen, und alle warten. Dann tauchen sie auf – eine Gruppe grauer Rücken, die in der ruhigen Lagune auf- und abtauchen. Im Wasser hörst du ihr Klicken und Pfeifen, bevor sie unter dir vorbeigleiten. Manche Tage spielen sie und bleiben, manche Tage sind sie verschlafen und halten Abstand. So oder so: Die Farben des Riffs von Samadai lohnen den Ausflug.

4. Tauchen am Elphinstone-Riff

Ein Weißspitzen-Hochseehai
Foto: Franziska_Stier auf Pixabay

Elphinstone gehört zu den bekanntesten Tauchplätzen des Roten Meeres: ein langes Riff mit steilen Korallenwänden und der Chance auf Weißspitzen-Hochseehaie. Wegen der starken Strömung ist es nur etwas für erfahrene Taucher.

Du lässt dich rückwärts vom Zodiac ins tiefe, dunkle Blau fallen, findest die Riffwand und treibst an einem Vorhang aus Weichkorallen in Rosa, Lila und Orange entlang. Alle schauen immer wieder ins Blau hinaus – und wenn ein Weißspitzen-Hochseehai auftaucht, langsam und selbstbewusst, erstarrt die ganze Gruppe. Die Fahrt hinaus kann rau sein; nimm Tabletten gegen Seekrankheit, wenn du sie brauchst.

5. Inselhopping bei Hamata

Sonnenschirme und türkise Lagune bei Marsa Alam
Foto: mattiaverga auf Pixabay

Ganz im Süden liegen vor Hamata die Qulan-Inseln mit puderweißen Stränden, Mangroven und türkisfarbenen Lagunen – fast wie auf den Malediven. Bootsausflüge mit Schnorchelstopps an den Riffen.

Nach einer langen, frühen Fahrt nach Süden steuert das Boot Inseln an, die aussehen wie aus einer Postkarte: strahlend weißer Sand, türkisfarbenes Flachwasser, nur ein paar Vögel und das Rauschen des Windes. An den Schnorchelplätzen siehst du gesunde Riffe und kaum andere Boote. Auf den Inseln gibt es fast keinen Schatten – nimm Hut, ein langärmeliges Shirt und reichlich Sonnencreme mit.

6. Entspannen am Sharm El Luli

Strand und Riff bei Marsa Alam
Foto: mattiaverga auf Pixabay

Die Lagune mit weißem Sand und flachem, türkisblauem Wasser im Nationalpark Wadi El Gemal gehört zu den schönsten Stränden Ägyptens.

Du kommst über die Wüstenstraße, und unter dir öffnet sich die Bucht: perlweißer Sand und Wasser, so klar und hell, dass es fast unwirklich wirkt, sanft abfallend ohne Steine unter den Füßen. Viel gibt es hier nicht außer einem einfachen Unterstand im Beduinenstil mit Tee und Kaffee – bring also einen Sonnenschirm, Wasser und Snacks mit. Wer früh an einem Werktag kommt, hat mehr Platz und mehr Ruhe.

An Land

7. Nationalpark Wadi El Gemal

Wüstenberge nahe dem Roten Meer
Foto: Massariello auf Pixabay

Das „Tal der Kamele“ schützt Wüstentäler, Mangroven und Wildtiere wie Gazellen. Bei einer Jeep-Safari besuchst du Beduinen und alte Smaragdminen.

Der Jeep verlässt die Straße und holpert durch ein sandiges Tal zwischen dunklen Bergen, Akazien säumen das trockene Flussbett, und die Stille wird mit jedem Kilometer tiefer. Dein Guide zeigt dir vielleicht Gazellenspuren oder eine kleine Gruppe Kamele in der Ferne, und bei einem Beduinenstopp bekommst du starken, süßen Kaffee vom Feuer.

8. Sterne beobachten in der Wüste

Die Milchstraße über der Wüste
Foto: r-q auf Pixabay

Fast ohne Lichtverschmutzung ist die Wüste hinter Marsa Alam ideal für den Blick in den Sternenhimmel. Abendausflüge kombinieren ein Abendessen im Beduinencamp mit einer geführten Sternentour.

Lass die Hotellichter hinter dir, und nach ein paar Minuten haben sich deine Augen gewöhnt: Der Himmel füllt sich mit Sternen, die Milchstraße spannt sich über dir, Sternschnuppen ziehen vorbei. Zu hören sind nur der Wind und das Knistern des Lagerfeuers. Von November bis März sind die Wüstennächte kalt – nimm eine warme Jacke mit.

9. Bummeln in Port Ghalib

Eine Jacht in einem Yachthafen an Ägyptens Rotmeerküste
Foto: ivabalk auf Pixabay

Nördlich von Marsa Alam lädt die Marina von Port Ghalib mit Cafés und Restaurants zu einem Abend außerhalb des Hotels ein.

Abends erwacht die Promenade rund um den Hafen: Die Lichter spiegeln sich im stillen Wasser, die Restaurants stellen Tische neben die Boote, und Familien schlendern mit Eis am Kai entlang. Ruhig, gepflegt und unkompliziert – eine schöne Abwechslung nach ein paar Tagen im All-inclusive-Hotel.

10. Die Altstadt von El Quseir

Ein Steg in El Quseir
Foto: derMolf auf Pixabay

Die historische Hafenstadt El Quseir, etwa anderthalb Stunden nördlich, hat eine osmanische Festung, alte Kaufmannshäuser und eine ruhige Uferpromenade – ein Blick auf die Küste vor den Hotelanlagen.

In den engen Gassen des alten Quseir kommst du an Häusern aus Korallenstein mit geschnitzten Holzgittern vorbei, an Gewürzläden und an Männern, die vor kleinen Cafés Minztee trinken. Steig auf die Mauern der osmanischen Festung und blick über den alten Hafen. Komm früh, um die Fischerboote beim Ausladen zu sehen – Cafés in der Nähe grillen dir den frischen Fang für wenig Geld. Bietet dir jemand eine Führung an und du willst keine, reicht ein freundliches „Nein, danke“.

Praktische Tipps

  • Wähle dein Hotel nach dem Hausriff – viele Hotels in Marsa Alam haben direkt am Steg ein ausgezeichnetes Riff.
  • Pack Badeschuhe, ein langärmliges Shirt fürs Wasser und riffverträgliche Sonnencreme ein.
  • Buche deinen Transfer im Voraus: Der Flughafen ist klein, und die Hotels liegen über mehr als 100 Kilometer Küste verteilt.

Du willst die Küste weiter erkunden? Vergleiche Marsa Alam mit Hurghada und El Gouna in unserem Ratgeber zu Familienurlaub am Roten Meer.

Häufige Fragen

Ist Marsa Alam besser als Hurghada?

Das hängt davon ab, was du suchst. Marsa Alam ist ruhiger, naturbelassener und hat einige der besten Hausriffe Ägyptens. Hurghada bietet mehr Restaurants, Nachtleben und Ausflüge.

Kann man in Marsa Alam Dugongs sehen?

Manchmal. Einige wenige Dugongs grasen in den Seegraswiesen bestimmter Buchten, eine Sichtung ist aber nie garantiert. Grüne Meeresschildkröten sieht man dagegen sehr häufig.

Wie komme ich nach Marsa Alam?

Der Flughafen Marsa Alam wird von vielen deutschen Städten direkt angeflogen. Alternativ fliegst du nach Hurghada und fährst etwa drei bis vier Stunden nach Süden – je nach Hotel.